Frisch & Fein KundenInfo Februar 2016

Liebe Frisch & Fein -Kundinnen und -Kunden,

die Biofach, Nürnberger Weltleitmesse für Bioprodukte, fand Mitte Februar statt. Früher gabs dort jedes Jahr ein sensationelles Neuprodukt in Bioqualität. Inzwischen können wir mit Zufriedenheit feststellen, dass alles, was der Mensch braucht, heute in Bioqualität zu haben ist. Ein toller Erfolg der Branche. Aber auch dieser Markt lechzt nach immer wieder neuem und so waren Toppings und Superfood dieses Jahr an vielen Ständen der Hit. Pulver und Konzentrate, die vor allem durch ihre Verpackung sprechen und aufwendig hergestellt werden. Dabei stand Bio doch immer für Vollwertige Ernährung mit möglichst wenig verarbeiteten Produkten. Wir wollen das mit Genuss verbinden und konzentrieren uns weiterhin auf frische vollwertige, möglichst wenig behandelte Lebensmittel aus der Region von Biobetrieben, die wir persönlich kennen. Das ist unser Hauptaugenmerk. Und manchmal finden wir auch ganz tolle Produkte ausserhalb unserer Region, wie zum Beispiel Milch vom Rengohof, wo die Kühe nur Heu bekommen und die Kälber bei der Mutterkuh bleiben können.

Sabine Lackner berichtet in dieser Info über folgende Themen:

1. ESL-Milch oder Vorzugsmilch
ein Riesenunterschied

2. Bio ist nicht elitär

Unsere 70 Dauertiefpreise

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1. ESL-Milch oder Vorzugsmilch
ein Riesenunterschied


 

Ich nutze diese Plattform immer wieder gerne, um Ihnen unsere Lieblingsprodukte vorzustellen und ein bisschen näher zu bringen. Zum Beispiel unsere Vorzugsmilch, die sich von der immer beliebteren ESL-Milch ganz wesentlich unterscheidet.
 

ESL-Milch
 
Auch in Zeiten des Vegantrends, dem ich seine Berechtigung hiermit nicht streitig machen will, ist und bleibt sie ein essenzielles Lebensmittel: frische Milch. Was viele nicht wissen: Seit einer Änderung der Kennzeichnungsverordnung für Konsummilch im Jahr 2007 taucht in deutschen Kühlregalen verstärkt die sogenannte ESL-Milch auf. ESL steht für „extended shelf life“, übersetzt also „längere Lebenszeit im Regal“. Das ist natürlich praktisch, ist sie doch rund zwei Wochen länger haltbar als ihre Konkurrentin, die traditionell hergestellte Frischmilch. Und auch auf den Tetrapacks der ESL-Milch steht „Frische Milch“. Das sorgt immer wieder für Ärger, denn sie wurde nahezu inkognito eingeführt – und ist auf den ersten Blick kaum von der traditionell pasteurisierten zu unterscheiden. Der bedeutende Unterschied ist aber: traditionelle Frischmilch ist bei ca. 75 Grad pasteurisiert, die ESL-Milch dagegen wird in ihre Bestandteile zerlegt, durch Zentrifugieren in Magermilch und Rahm aufgetrennt. Der Rahm wird hocherhitzt. Die Magermilch durch so genannte Mikrofilter geschickt, die Bakterien herausfiltern können. Es entsteht ein Filtrat, das wieder mit dem Rahm vereint wird und ein Retentat, das entweder z.B. zum Tierfutter kommt, oder aber ultrahocherhitzt ebenfalls wieder miteingemischt wird. Danach werden die wieder zusammengeführten Milchbestandteile homogenisiert und pasteurisiert. Damit hat sie eigentlich mehr Verwandtschaft zur H-Milch (über die wir hier gar nicht erst reden), als zur frischen Milch.
 

Ein kurzer Exkurs zur Homogenisierung:
 
Naturbelassene Milch rahmt auf: Der fette Rahm trennt sich vom Wasser und schwimmt oben auf. Mit dem Löffel abgeschöpft, kann er als Sahne verwendet werden oder verteilt sich durch kräftiges Schütteln wieder in der Milch. Um die natürliche Aufrahmung zu vermeiden, wird Milch homogenisiert. Hoher Druck presst die Milch durch winzige Düsen. Der Aufprall auf einem Blech zerfetzt die kleinen Fettkügelchen, die in der Milch schwimmen. So klein, finden sie nicht mehr zusammen, sondern bleiben gleichmäßig verteilt, die Milch rahmt nicht mehr auf. Es gibt Studien, denen zufolge homogenisierte Milch eine Ursache für die bei Kindern zunehmende Milchallergie sein könnte.
 
Auch bei uns im Bioladen wird die ESL-Milch immer beliebter. Aber: es zeichnet sich auch ein Gegentrend ab: die Nachfrage nach der Vorzugsmilch vom Hofgut Rengoldshausen steigt, seit wir sie vor einigen Jahren eingeführt haben, kontinuierlich an. Das haben wir auch an den vielen langen Gesichtern gemerkt, die aufgrund eines Lieferengpasses in den letzten Wochen auf „ihre“ Lieblingsmilch verzichten mussten.
 
Was bedeutet jetzt „Vorzugsmilch“ und wo kommt sie her?
 
  Vorzugsmilch ist völlig unbehandelte, also rohe Milch. Sie darf eigentlich nur ab Hof verkauft werden und heißt in diesem Fall „Rohmilch“. Es gibt jedoch einige wenige zugelassene und sehr streng kontrollierte Betriebe, die unter hohen Auflagen diese Rohmilch in den Handel bringen dürfen. Diese Milch hat dann die Handelsbezeichnung „Vorzugsmilch“. Sie wird sofort nach dem Melken gefiltert und auf 4 Grad gekühlt. Aber: sie wird nicht pasteurisiert, nicht ultrahocherhitzt und nicht homogenisiert und enthält somit alle wertvollen Bestandteile der Milch. Unsere Vorzugsmilch kommt in Demeter-Qualität vom Hofgut Rengoldshausen. Besser geht’s nicht!
Und das schmeckt man auch! Probieren Sie doch mal Vorzugsmilch, ESL-Milch und H-Milch im direkten Vergleich!
 

Das Hofgut Rengoldshausen
 

Das Hofgut Rengoldshausen liegt bei Überlingen am Bodensee. Wir bekommen die Milch durch einen Nachbarn des Hofguts geliefert, unseren Großhändler Bodan. Klar ist die Vorzugsmilch somit kein regionales Produkt. Die Transportwege halten sich aber durch die Nachbarschaft von Hof und Großhändler in akzeptablen Grenzen (im Vergleich: normalerweise wird die Milch von den Höfen zur Molkerei gefahren, von der Molkerei zum Großhändler und von dort an die meist auch nicht regionalen Verkaufsstellen ausgeliefert).




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2. Bio ist nicht elitär
Unsere 70 Dauertiefpreise


Wir wollen qualitativ hochwertige und vernünftig erzeugte Lebensmittel verkaufen. Das hat seinen Preis, denn zum Biogedanken gehört für uns Tagwerkler auch, dass alle Beteiligten der Handelskette, (vom Bauern - hier oder am anderen Ende der Welt - , über die Hersteller, Verarbeiter, Verpacker, Komissionierer, Lastwagenfahrer bis hin zum Kassierer) für ihre Arbeit gerecht entlohnt werden. Dennoch sollten biologische und wenn möglich auch noch nach Anbaurichtlinien produzierte Lebensmittel natürlich nicht einem elitären Kreis der Besserverdiener vorbehalten bleiben.

 

 
In diesem Spannungsfeld arbeiten wir täglich.
Letztes Jahr gabs dazu eine Ladenführung für Harz-IV-Empfänger, die sich für Möglichkeiten, sich günstig und biologisch zu ernähren, interessierten. Dazu empfehlen wir auch das Buch von Rosa Wolff* Eines unserer Angebote zu diesem Thema sind unsere 70 Dauertiefpreise, die wir Ihnen ganzjährig mit geringem eigenem Aufschlag anbieten. Wir haben dafür 70 Produkte des täglichen Bedarfs ausgewählt und versuchen, damit möglichst alle Sortimentsbereiche abzudecken. Gekennzeichnet sind die Waren übrigens mit roten Regalschildern. Gerade sind ein paar neue Produkte dazugekommen, von denen wir Ihnen gerne einige vorstellen möchten:

  Beutelsbacher Demeter Apfelessig naturtrüb, 1l
2,29 €


  Hofgut Storzeln Bioland Haferdrink natur, 1l 1,99 €

Andechser Bioland Bergblumenkäse in Scheiben, 125g 2,99 €

Bohlsener Mühle Bioland Schoko Haferlinge, 125g 1,59 €

   Rapunzel Frühstücksbrei Basis, 500g 4,99 €

   Bauck Apfelmark ungesüßt, 700g 1,69 €


 Taifun Tofu natur, 400g 1,99 €

   Holle Demeter Babyglas Apfel mit Pfirsich, 190g 0,99 €


* Dazu unsere Buchempfehlung: Dass man sich auch mit wenig Geld biologisch ernähren kann, zeigen inzwischen zahlreiche Selbstversuche. Rosa Wolff beschreibt z.B. in ihrem Buch „arm aber bio“ einen solchen (gelungenen) Versuch. http://www.arm-aber-bio.de/das-buch/



Wir wünschen Ihnen eine gesunde Fastenzeit - sich am Riemen reissen ist ja auch sehr preiswert.   Und natürlich viel Vorfreude auf den nahenden Frühling.

   

Ihr Reinhard Gromotka und Ihre Sabine Lackner

 
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